Review on Powermetal

Review on Powermetal

Ich habe den Eindruck, als würden Instrumentalscheiben gerade Mode sein, aber das kann auch an mir liegen, denn eigentlich bin ich sängerfixiert. In letzter Zeit gab es jedoch durchaus einige Scheiben, die mich auch ohne Gesang überzeugen konnten – und jetzt kommt noch eine hinzu: ZELINKA, ein Trio aus dem Osten der Republik, hat mit dem selbstbetitelten Album ein ungewöhnliches Exemplar dieser gesanglosen Gattung geschaffen.

Üblicherweise sind solche Alben entweder Prog- oder Gitarristenspielwiesen. ZELINKA dagegen ist nichts von beidem: Gitarre, Bass, Drums und ganz wenig “guck-mal-was-ich-kann”. Eigentlich klingen die zehn Stücke eher wie Rocksongs, zu denen auch gut eine Gesangslinie passen würde – so als wären sie für den Einsatz mit Gesang geschrieben worden, doch war der Sänger krank, und da hat man sie stattdessen eben mit Gitarrenlinien eingespielt. Natürlich geht der Blick da gelegentlich in Richtung Fusion, aber nicht im Sinne von ausufernden Eskapaden, sondern eher als coole “Old-School-Jazz trifft auf Classic Rock”-Nummer. Und ob Bernd Fleischer die akustische oder die elektrische Gitarre schwingt, es klingt immer stark. Dazu der funkige Bass von Torsten Grossmann, mal als Slap, mal konventionell, mehr brauchen die meisten Tracks gar nicht.

Das sind dann auch die beiden Antipoden, zwischen denen die Band wechselt: Mal funkig wie in ‘Safaga’, ‘Funky Bitch’ oder ‘Room No. 15’, mal rockig wie in ‘Catacomb’, ‘The Cat’, oder meinem Lieblingsstück auf “Zelinka”, ‘Gipsy March’, aber immer mit eingängigen Melodien und einem wirklich eigenen Charakter eines jeden Stücks. Dem Foto nach sind die Musiker auch nicht mehr ganz grün hinter den Ohren, und tatsächlich, alle drei sind schon lange aktiv und Musiker von Beruf. Diese Reife hört man an allen zehn Stücken an. Da hat sich jemand bereits die Hörner abgestoßen und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: gute Songs.

Auch der Sound der Scheibe klingt ganz hervorragend, warm und erdig, ohne Schnörkel und übertriebene Spuren. Authentisch, würde man sicher sagen. Einfach, könnte man es auch nennen. Und darin passt er zu den Songs. Eine runde, rundum gelungene Sache. Chapeau.

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