Review on Rockblog.Bluesspot

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Rock – Blues – Fusion auf einem Album, und das aus Deutschen Landen?

Zelinka aus dem Großraum Leipzig beweisen uns, dass wir jenseits der kommerziellen Auswüchse auch auf diesem Sektor heimatliche Formationen anführen können, die den Vergleich mit den bekannten Protagonisten dieser Szene überhaupt nicht scheuen müssen. Entdeckt mit uns eine anspruchsvolle und mitreißende Musik, für die wir nicht über den großen Teich fliegen müssen.

Zelinka ist ein Projekt dreier erfahrener „Ostrocker“ mit ganz viel Blues im Herzen. Grundsätzlich war mir diese Szene lange Zeit recht unbekannt. Bei mir standen nur die frühen Werke der Puhdys im Plattenschrank, bis Heinz Glas, Gitarrist der Krautrocklegenden von Epitaph mir vor ein paar Jahren von der Monokel Bluesband erzählte, bei der er in Berlin inzwischen spielt (gemeint ist hier Speiches Monokel Bluesband, es gibt auch noch Monokel Kraftblues mit gleichen Wurzeln). Das hat mein Interesse geweckt und so landete ich Dank Volker sehr bald in Lübben City. Der Soundtrack zu jenem berühmten Buch („Bye, bye, Lübben City“ eben) gibt einen wunderbaren Überblick, was seinerzeit alles abging jenseits der unsäglichen Grenze. Und eben aus diesem fruchtbaren Nährboden sind Bernd (Gitarre), Torsten (Bass) und Kay (Schlagzeug) entwachsen. Nun haben sie sich zu einer Formation zusammen gefunden, die mit ihrer Leichtigkeit und Stilsicherheit an ganz große Amerikanische Produktionen heranreicht.

Wie zu lesen ist hat die Band mit dem Namen Zelinka Bernds musikbegeisterten Großvater Johannes Zelinka verewigt, was für eine schöne Geste. Bei den überaus überzeugenden Songs handelt es sich durchweg um Eigenkompositionen, instrumentale Nummern voller relaxter Spielfreude und Eleganz. Mit dem Bluesrock als Basis entwickelt dieses Powertrio funkige Grooves und jazzige Ausflüge im Stile großer Meister. Jeff Beck, Steve Lukather oder aber die Bluesplatten eines Robben Ford kommen einem sofort in den Sinn, wenn man in diese Musik hinein hört. Hier und da kommt mir auch Roy Buchanan in den Sinn. Die Gitarrensoli erheben sich glasklar und mächtig über die prächtigen Songstrukturen und verbreiten die Souveränität und Verve, mit der einst Al DiMeola die Fusionsmusik zu neuen Galaxien führte. Gehaltvoll und immer auf dem Punkt kreisen die Licks dem freudig mitnickenden Enthusiasten um die Ohren. Riffig, fetzig und mit spannenden Breaks geht es mitunter zu, zum Beispiel in „Toxic“, ein Song, in dem gerade auch die zurück genommenen Parts das einfühlsame Spiel der Band unterstreichen. So wirkt die Musik durch und durch organisch und folgerichtig, man steigt bereits beim ersten Durchhören voll ein – das ist bei fusionsorientierter Musik, die oft recht kompliziert daher kommt, sicherlich nicht die Regel. Aber hier steht letzten Endes immer noch der Blues über allem, darum kann sich auch der weniger Jazz affine Rocker wunderbar mit den Kompositionen anfreunden, hier geht immer wieder und ganz ausgeprägt die Post ab, wie in dem mitreißenden „Gipsy March“.

Es lohnt sich eben, ständig und überall die Ohren aufzuhalten und nach neuen Projekten zu forschen. Die Welt der Musik ist voller Wunder und funkelnder Edelsteine, man muss sie einfach nur entdecken. Zelinka haben uns ein Kleinod geschenkt, ein unglaubliches reifes Album von Leuten, die wissen, wie es geht…..(Michael)

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